Was ist Steady aus (steuer-)rechtlicher Sicht?

Aktualisiert vor 3 Monaten

Was ist Steady aus (steuer-)rechtlicher Sicht?

Einfach gesagt verkaufen Medienmacher ihre Mitgliedschaften an Steady und Steady verkauft sie in eigenem Namen und auf eigene Rechnung weiter an die Unterstützer. Steady ist Abnehmer – nämlich Großhändler – des Medienmachers. Der Medienmacher ist steuerrechtlich Zulieferer.

Dafür stellt Steady den Unterstützern aus Deutschland jeweils 19% Umsatzsteuer in Rechnung. In einem 10-Euro-Paket sind also 1,60 € Umsatzsteuer enthalten.

Was ist Steady nicht

1. Steady ist keine Zahlungsanbieter, über den Medienmacher ihre Mitgliedschaften direkt an ihre Unterstützer verkaufen. Medienmacher, die solche Plattformen nutzen, müssen viel Arbeit selber machen, nämlich z.B. Rechnungen ausstellen.

2. Steady ist kein Agent, der im fremden Namen und auf fremde Rechnung die Mitgliedschaften für die Medienmacher verkauft. Eine solche Tätigkeit wäre eine Finanzdienstleistung, da das erhaltene Geld ja Steady nicht gehören würde (ähnlich einer Bank). Eine solche Tätigkeit dürfte Steady nur nach Erteilung einer (sehr teuren) Lizenz von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ausüben. Aber auch hier hätte der Medienmacher viel Arbeit mit der Verwaltung seiner Kunden.

3. Steady ist keine Dienstleistung, die ein Medienmacher einkauft und für die er eine Rechnung erhält.  Steady stellt den Medienmachern nicht die Steady-Leistungen in Rechnung, also erhebt Steady dafür auch keine Umsatzsteuer. Die Marge von Steady ist indirekt in der - um die Marge reduzierten -  Vergütung enthalten, die der Medienmacher erhält. 

Wie läuft der Verkauf von Mitgliedschaften via Steady aus (steuer-)rechtlicher Sicht ab?

Um dem Medienmacher so viel Arbeit wie möglich mit Rechnungsstellung, korrekter Besteuerung usw. abzunehmen, verkauft Steady für die Mitgliedschafteen des Medienmachers weiter.

Um diese Mitgliedschaften überhaupt weitergeben zu können, kaufen wir zunächst von den Medienmachern eine Lizenz. Für diese Lizenz erhält der Medienmachern von Steady die Mitgliedschafts-Einnahmen (nach dem Abzug der unten aufgeführten Kosten). Über diese Einnahmen erhält der Medienmacher eine monatliche Gutschriften-Rechnung (eine besondere Art der Gutschrift, hier ein Beispiel) und eine Auszahlung auf sein PayPal-Konto.

Eine Gutschriften-Rechnung ist steuerlich das Gleiche wie eine Rechnung, die ein Medienmacher an Steady schicken würde – mit dem Unterschied, dass Steady diese Rechnung für den Medienmacher erstellt (weil Steady die Abrechnungsdaten hat). Die Gutschriften-Rechnung für die Medienmacher-Leistungen enthält den Netto-Rechnungsbetrag, den wir dem Medienmacher schulden und zusätzlich die Umsatzsteuer, die der Medienmacher immer für seine Rechnungen ansetzt. In der Regel sind das 7% oder 19%.

Eine Beispielrechnung:

Steady hat für einen Medienmacher 10 Mitgliedschaften à 10 € verkauft
– 5 davon wurden mit PayPal bezahlt
– 5 davon wurden mit Lastschrift bezahlt
Medienmacher rechnet standardmäßig mit 19% Umsatzsteuer ab

Umsatz von Steady:
100 € brutto, inkl. 16 € Umsatzsteuer

Netto-Umsatz von Steady:
84 € netto

Abzgl. Zahlungskosten:
2,70 € PayPal-Kosten (pro Mitgliedschaft 0,35 € plus 1,9%)
0,50 € Lastschriftkosten (1% von 50 €)
= 3,20 € netto

Abzgl. Steady-Marge:
10 € netto (10% auf den Gesamtumsatz)

Netto-Vergütung Medienmacher:
70,80 € netto

Zzgl. 19% Umsatzsteuer:
13,45 €

Auszahlung an Medienmacher: 
84,25 €