Was ist Steady aus (steuer-)rechtlicher Sicht?

Aktualisiert vor 22 Tagen

Was ist Steady aus (steuer-)rechtlicher Sicht?

Einfach gesagt verkaufen Publisher ihre Abos an Steady und Steady verkauft sie in eigenem Namen und auf eigene Rechnung weiter an die Unterstützer. Steady ist Abnehmer – nämlich Großhändler – des Publishers. Der Publisher ist steuerrechtlich Zulieferer.

Dafür stellt Steady den Unterstützern aus Deutschland jeweils 19% Umsatzsteuer in Rechnung. In einem 10-Euro-Paket sind also 1,60 € Umsatzsteuer enthalten.

Was ist Steady nicht

1. Steady ist keine Zahlungsanbieter, über den Publisher ihre Abos direkt an ihre Unterstützer verkaufen. Publisher, die solche Plattformen nutzen, müssen viel Arbeit selber machen, nämlich z.B. Rechnungen ausstellen.

2. Steady ist kein Agent, der im fremden Namen und auf fremde Rechnung die Abos für die Publisher verkauft. Eine solche Tätigkeit wäre eine Finanzdienstleistung, da das erhaltene Geld ja Steady nicht gehören würde (ähnlich einer Bank). Eine solche Tätigkeit dürfte Steady nur nach Erteilung einer (sehr teuren) Lizenz von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ausüben. Aber auch hier hätte der Publisher viel Arbeit mit der Verwaltung seiner Kunden.

3. Steady ist keine Dienstleistung, die ein Publisher einkauft und für die er eine Rechnung erhält.  Steady stellt den Publishern nicht die Steady-Leistungen in Rechnung, also erhebt Steady dafür auch keine Umsatzsteuer. Die Marge von Steady ist indirekt in der - um die Marge reduzierten -  Vergütung enthalten, die der Publisher erhält. 

Wie läuft der Verkauf von Abos via Steady aus (steuer-)rechtlicher Sicht ab?

Um dem Publisher so viel Arbeit wie möglich mit Rechnungsstellung, korrekter Besteuerung usw. abzunehmen, verkauft Steady für die Abos des Publishers weiter.

Um diese Abos überhaupt weitergeben zu können, kaufen wir zunächst von den Publishern eine Lizenz. Für diese Lizenz erhält der Publisher von Steady die Abo-Einnahmen (nach dem Abzug der unten aufgeführten Kosten). Über diese Einnahmen erhält der Publisher eine monatliche Gutschriften-Rechnung (eine besondere Art der Gutschrift, hier ein Beispiel) und eine Auszahlung auf sein PayPal-Konto.

Eine Gutschriften-Rechnung ist steuerlich das Gleiche wie eine Rechnung, die ein Publisher an Steady schicken würde – mit dem Unterschied, dass Steady diese Rechnung für den Publisher erstellt (weil Steady die Abrechnungsdaten hat). Die Gutschriften-Rechnung für die Publisher-Leistungen enthält den Netto-Rechnungsbetrag, den wir dem Publisher schulden und zusätzlich die Umsatzsteuer, die der Publisher immer für seine Rechnungen ansetzt. In der Regel sind das 7% oder 19%.

Eine Beispielrechnung:

Steady hat für einen Publisher 10 Abos á 10 € verkauft
– 5 davon wurden mit PayPal bezahlt
– 5 davon wurden mit Lastschrift bezahlt
Publisher rechnet standardmäßig mit 19% Umsatzsteuer ab

Umsatz von Steady:
100 € brutto, inkl. 16 € Umsatzsteuer

Netto-Umsatz von Steady:
84 € netto

Abzgl. Zahlungskosten:
2,70 € PayPal-Kosten (pro Abo 0,35 € plus 1,9%)
0,50 € Lastschriftkosten (1% von 50 €)
= 3,20 € netto

Abzgl. Steady-Marge:
10 € netto (10% auf den Gesamtumsatz)

Netto-Vergütung Publisher:
70,80 € netto

Zzgl. 19% Umsatzsteuer:
13,45 €

Auszahlung an Publisher: 
84,25 €